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Schritt für Schritt zum passenden Produkt

Der richtige Weg zum Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge hängt auch bei der ökologisch-orientierten Zusatzvorsorge von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren ab. Bevor Sie Ihre Unterschrift unter einen förderfähigen Altersvorsorgevertrag setzen, sollten Sie deshalb erst einmal eine persönliche Bestandsaufnahme vornehmen. Soviel Zeit muss sein. Denn grundsätzlich gilt: Die private Altersvorsorge muss auf die persönlichen Verhältnisse zugeschnitten werden und sich auch verändernden Lebensgewohnheiten anpassen lassen. Fehler in der Vorsorgestrategie oder der Produktauswahl kommen dagegen teuer zu stehen. Das gilt für konventionell gemanagte Produktlinien ebenso wie für Angebote mit ethischer und/oder ökologischer Ausrichtung. Wer aufs falsche Pferd setzt oder zu spät erkennt, dass er einer ökologischen Mogelpackung aufgesessen ist, muss später unter Umständen tief in die Tasche greifen, um den Irrtum zu korrigieren. Wir raten Ihnen deshalb, anhand der nachfolgenden Checkliste schrittweise vorzugehen.

  1. Persönliche Bestandsaufnahme: Wie sehen Ihre derzeitigen Lebensumstände, wie Ihre Zukunftsplanung aus? Ist Ihr Versicherungsschutz gegen existenzbedrohende Risiken (z.B. Haftpflicht, Berufsunfähigkeit, Todesfall) ausreichend? Haben Sie noch Kredite? Eine Tilgung ist lukrativer als eine Geldanlage, wenn Kreditzinsen über Anlagezinsen liegen! Wie groß schätzen Sie Ihre Versorgungslücke ein und welche Anstrengungen haben Sie bereits unternommen, um sie zu schließen? Machen Sie erst einmal einen Kassensturz, um Ihre persönliche Versorgungslage richtig einschätzen zu können.
  2. Auswahl des richtigen Produkttyps für die Zusatzvorsorge: Von den Antworten auf Frage 1 sowie von Ihrer persönlichen Risikoneigung, d.h. Ihrer Bereitschaft, Wertschwankungen der Anlage hinzunehmen, hängt die Wahl des für Sie passenden Produkttyps für die Riester- oder Rürup-Rente ab. Sofern Ihr Arbeitgeber Ihnen ein Angebot für eine betriebliche Zusatzvorsorge macht, sollten Sie dieses ebenfalls prüfen.

  1. Welche Anlagekriterien wollen Sie berücksichtigt wissen? Sobald Sie den passenden Produkttyp ausgewählt haben, können Sie gezielt nach einem Anbieter suchen, der auch ethisch ökologische Kriterien berücksichtigt. Fragen Sie ihn aber vor Abschluss des Vertrages, ob er
    1. Negativkriterien bei der Anlageauswahl berücksichtigt, und wenn ja, welche?
    2. Positivkriterien anwendet, und wenn ja, welche?
    3. nach dem „Best-in-Class“-Ansatz investiert?
    4. Alternativ können Sie auch Fragen, in welche nachhaltigen Investmentfonds er investiert.

  1. Wollen Sie eine lupenreine „grüne Rente“ erwerben oder reichen Ihnen ein paar „grüne Tupfer“? Wer genau wissen will, wie „sauber“ seine Zusatzrente ist, sollte auch nachfragen, wie viel Prozent vom Monats- oder Jahresbeitrag tatsächlich nach den unter Punkt 3) genannten Kriterien investiert wird – und wie sich dieses ökologische Vorsorgekapital im Lauf der Jahre entwickeln soll.

  1. Wie genau nimmt es der Anbieter mit der Transparenz? Egal, ob Sie ganz streng nach ethischen und/oder ökologischen Kriterien investieren möchten oder ob Sie das eher locker sehen - fragen Sie den Anbieter, wie er es denn mit der Berichtspflicht hält. Welche Informationen können Sie einmal jährlich erwarten? Wird Ihnen der Anbieter beispielsweise mitteilen, wie viel vom angesparten Kapital nach ethischen oder ökologischen Kriterien investiert ist? Und wird er auch aufschlüsseln, nach welchen Kriterien?
  2. Wer transparent sein will, muss auch seine vorvertraglichen Informationspflichten gewissenhaft erfüllen. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie auch folgende Informationen erhalten:
    1. Angaben über die Höhe und die zeitliche Verteilung der Abschluss- und Vertriebskosten,
    2. Angaben über die Höhe der Kosten für die Verwaltung des gebildeten Kapitals,
    3. die Höhe der Kosten für den Wechsel in ein anderes, förderfähiges Produkt unter Mitnahme des gebildeten Kapitals,
    4. die Höhe der Kosten, falls Sie den Vertrag später beitragsfrei stellen lassen,
    5. bei Riester-Produkten: die Zertifizierungsnummer sowie die Postanschrift der Zertifizierungsstelle und das Datum, seit dem die Zertifizierung wirksam ist,
    6. unter welchen Bedingungen und in welchem Umfang die Höhe der oben zu a. bis d. genannten Kosten geändert werden kann.
  3. Falls Sie das Kostenmodell nicht nachvollziehen können – lassen Sie es sich detailliert und am besten schriftlich erläutern anhand einer Beispielrechnung oder bitten Sie um Angabe einer Gesamtkostenquote.
  4. Auch mit einer „grünen“ Zusatzvorsorge müssen Sie ihre Versorgungslücke zuverlässig schließen können. Lassen Sie sich deshalb exakt vorrechnen, wie hoch die garantierte Mindestrente sein wird und wie viel Überschusserträge Sie – unter Zugrundelegung der aktuellen Marktverhältnisse und auf der Basis bisheriger Entwicklungen in ein, fünf, zehn oder 30 Jahren - voraussichtlich erwarten können. Fragen Sie dabei ruhig nach, ob der jeweilige Anbieter die dabei einkalkulierte Rendite in der Vergangenheit auch immer erreichen konnte. Denn für die Altersvorsorge kommt nur ein Anbieter in Betracht, der auch langfristig in der Lage ist, die versprochenen Renditen zu erwirtschaften. Dabei dürften langfristig diejenigen Anbieter die Nase vorn haben, die Ihre Altersvorsorge mit den geringsten Kosten belasten.
  5. Schützen Sie sich vor Risiken. Grundsätzlich gibt es auch bei Versicherern ein Bonitäts- und Ausfallrisiko. Verschaffen Sie sich daher Informationen über die Finanzkraft des Anbieters. Versicherungsratings, beispielsweise von Stiftung Warentest, können hier eine wertvolle Hilfe sein.
  6. Schützen Sie sich vor unseriösen Angeboten. Das geht am einfachsten, wenn Sie die in Punkt 3) bis 9) eingeholten Angaben in einem persönlichen Beratungsgespräch bei einer Verbraucherzentrale vor Ort überprüfen lassen.

Artikel wurde am 15.11.2007 erstellt und am 11.12.2007 aktualisiert

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