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Ökologische Anlagekriterien: Abstufungen im Grünton

Ob ein Vorsorgeprodukt strengen ethischen und ökologischen Kriterien entspricht, hängt nicht nur vom Produkttyp ab und der Frage, wie viel Prozent des Vorsorgekapitals nach diesen Vorgaben angelegt wird. Entscheidend für die ökologische Qualität der Produkte sind die Kriterien, die der Anbieter bei der Geldanlage beachtet. Eine allgemein gültige Definition dessen, was unter ethischen, ökologischen und sozialen Auswahlkriterien für die Geldanlage zu verstehen ist, existiert allerdings nicht. Deshalb gibt es auch kein objektives Gütesiegel für eine „ökologisch einwandfreie Anlage“. Die Kriterien sind mindestens so verschieden wie bei den diversen „Bio-Siegeln“ im Lebensmittelbereich.

Insbesondere was eine „nachhaltige Anlagepolitik“ bedeutet – im Fachjargon „Sustainability“ genannt -, ist wenig klar und eindeutig umrissen. Im Kern geht es beim „nachhaltigen Wirtschaften“ darum, wirtschaftliche, ökologische und soziale Risiken zu begrenzen, die (nach heutigem Kenntnisstand) unsere globale Entwicklung bedrohen. So basiert unser Energiesystem beispielweise überwiegend auf der Nutzung nicht erneuerbarer Rohstoffe (Öl, Gas, Kohle), deren Verbrennung schwerwiegende Klimaveränderungen zur Folge haben kann (Treibhauseffekt). Zudem existieren noch immer Ungleichheiten zwischen Industrie- und Entwicklungsländern in Bezug auf Wirtschaftskraft und Wohlstandsniveau , was letztlich zu sozialen Spannungen führt.

Nachhaltiges Wirtschaften soll diese ökologischen und sozialen Herausforderungen und Risiken begrenzen und damit letztlich zu einer dauerhaft durchhaltbaren Wirtschaftsweise führen, die „heutige Bedürfnisse befriedigt, ohne die Befriedigung der Bedürfnisse zukünftiger Generationen zu gefährden“ (Brundtland-Bericht 1987).

Wie dieses Ziel erreicht werden kann, wird aber höchst unterschiedlich interpretiert. Verbraucher müssen sich daher zunächst informieren, welche Anlagekriterien Anbieter aufstellen, um nachhaltige von nicht nachhaltigen Anlagen zu trennen. Erst dann können Verbraucher feststellen, ob sich diese mit ihren Vorstellungen von einer nachhaltigen Anlage decken. Doch egal, wie die Anlagekriterien definiert werden: Der Anbieter sollte ein erfahrenes professionelles Gremium, eingeschaltet haben, der die Einhaltung dieser Nachhaltigkeitskriterien überwacht. Dabei greifen viele Anbieter auf die Expertise externer Anlageausschüsse zurück. Die Urteile von Öko-Ratingagenturen können zudem ebenfalls ein Indiz dafür sein, dass der Anbieter sein Versprechen einer nachhaltigen Anlagepolitik in der Praxis auch befolgt. Bisweilen sind Öko-Ratingurteile zudem auch ein Indiz für die Güte der Anlage.

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Artikel wurde am 15.11.2007 erstellt und am 10.12.2007 aktualisiert

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